Letzte Rettung - DER SPIEGEL
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SATELLITENFUNK Letzte Rettung

• aus DER SPIEGEL 8/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Fast hätte das ehrgeizigste Telekommunikationsunternehmen der Geschichte Pleite gemacht, bevor es richtig losging. Mit über vier Milliarden Dollar stehen die Betreiber des »Iridium«-Systems in der Kreide. Die Konstellation aus 66 Satelliten, die in 780 Kilometer Höhe um die Erde kreisen, erlauben es Globetrottern, von jedem Punkt der Erde aus zu telefonieren. Leider fanden sich bisher zu wenig Käufer für die teuren Geräte. Nun sollen neue Investoren die drohende Liquidation noch einmal abwenden. Mit seinem neuen Iridium-Handy »9505« will Motorola der Idee wieder Schwung geben. Das Gerät ist mit 375 Gramm schlanker und zum Preis von etwa 3500 Mark preiswerter als seine Vorgänger. Die Manager hoffen so in Preisregionen vorzustoßen, die das Telefonieren durchs All nicht nur für Ölsucher und Goldgräber, sondern etwa auch für Yachtkapitäne erschwinglich machen. Nun können auch Kunden von D1, D2 oder E-Plus mit dem Iridium-Handy telefonieren, allerdings ist dieses Roaming ein teurer Spaß: Bis zu 18 Mark pro Minute kann es beispielsweise kosten, mit einer E-Plus-Karte den Satellitenfunk zu nutzen. Iridium-Kunden mit der prestigeträchtigen Vorwahl 008816 zahlen für Gespräche ins Festnetz zwischen 4,30 Mark und 7,35 Mark pro Minute, bei 199 Mark Grundgebühr pro Monat. Die Gefahr des Scheiterns bleibt. Das technisch simplere, aber preiswertere Konkurrenznetz Globalstar geht gerade in Betrieb, das passende Handy von Ericsson ist ein paar Gramm leichter als Motorolas Modell 9505.

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