Lina Wertmüller,
61, italienische Autorin und Filmregisseurin ("Liebe und Anarchie"), sorgt sich um die Zukunft der Prostitution in ihrem Heimatland. Als idealen Arbeitsplatz propagiert die engagierte Sozialistin moderne Eros-Center, die von den Prostituierten selbst verwaltet werden. Nach einem Gesetz aus dem Jahr 1958 sind Freudenhäuser in Italien generell verboten. Bis dahin war für die Etablissements eine staatliche Lizenz vonnöten, jede dort erbrachte Dienstleistung wurde mit einer Abgabe belegt. Zeitweise hatte in Rom auch der Kirchenstaat an der käuflichen Liebe mitverdient; aus den sogenannten geschlossenen Häusern flossen dem Heiligen Stuhl reichlich Prozente zu. Nun läuft eine landesweite Kampagne für die erneute Legalisierung der Bordelle. Nach den Vorstellungen von Lina Wertmüller sollen sich die dort tätigen Prostituierten gewerkschaftlich organisieren, damit sie nicht wieder von dritter Seite ausgenutzt werden können.