LOCKENDE LOCKHEED - DER SPIEGEL
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Briefe

LOCKENDE LOCKHEED
• aus DER SPIEGEL 5/1958
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

LOCKENDE LOCKHEED

In den letzten Wochen des vergangenen Jahres hatte sich das Bundesverteidigungsministerium mit der Entscheidung über den Ankauf eines Überschalljägers von England, Frankreich oder den USA für die Bundeswehr zu befassen. Der SPIEGEL berichtete darüber. In der gleichen Zeit erschien in deutschen Zeitungen eine groß aufgemachte Reklame für den amerikanischen Lockheed »Starfighter«, auch im SPIEGEL. Ich habe bisher vergeblich nach einem Echo aus dem Leserkreis auf die Anpreisung eines Düsenjägers gesucht, obwohl doch eine solche Werbung in Form normaler Zeitungsreklame höchst ungewöhnlich ist...

München 15 GÜNTER HENNE

cand. med.

Da ich gerade meinen Kleinwagen verkauft habe und mich nach einem schnelleren Fortbewegungsmittel umsehe, bitte ich Sie um folgende Auskunft:

Wie teuer ist der Lockheed F-104 Starfighter (ohne Bewaffnung, habe noch keinen Waffenschein)? Hat Lockheed in Köln schon eine Verkaufsstelle eingerichtet (vielleicht im Kaufhof)?

Rodenkirchen (Rh.) WALTER G. MORTEN

Mit größtem Interesse haben wir die erfreuliche Tatsache zur Kenntnis genommen, daß der Lockheed F-104 Starfighter nunmehr endlich auch in »Serie« hergestellt wird.

Die »unvergleichliche Feuerkraft (für Luftverteidigung und Angriff)«, die »einfachen Wartungsmöglichkeiten« sowie der »geringe Kosten- und Zeitaufwand bei der Umstellung auf andere Einsatzzwecke« erscheinen uns an diesem Modell besonders bestechend und lassen uns als freie Schriftsteller und langjährige Abonnenten Ihres Blattes nunmehr ernsthaft den Kauf einer solchen Maschine in Erwägung ziehen.

Gewisse Bedenken hegen wir allerdings noch angesichts der im Inserat erwähnten Tatsache, daß die mehrfach schallgeschwinde Lockheed F-104 derzeit noch außerstande ist, die Hitzemauer, zu durchbrechen. Gerade daran wäre uns, wie Sie gewiß verstehen werden, sehr gelegen.

Bei Einräumung günstiger Zahlungsbedingungen wären wir jedoch geneigt, diesen kleinen Mangel in Kauf zu nehmen.

Allerdings müssen wir zuvor auf Klärung der folgenden Punkte bestehen: Wartung und Kundendienst, Farb- und Lackmuster, eventuelle Exportausführung sowie Höhe von Steuer und Versicherung.

Stuttgart GERD ANGERMANN

DR. G. W. HEYER

Will die Lockheed Aircraft Corporation, die ja auch in Deutschland - auch im SPIEGEL - nicht nur den Starfighter inseriert, mit der Anzeige über den Starfighter Vertrauen, zu ihren Produkten für die zivile Luftfahrt erwecken, etwa für die Super Constellation oder für den Starliner? Will diese amerikanische Firma also gewissermaßen eine Art indirekter Markenwerbung betreiben? Oder was soll diese Waffenreklame sonst? Soll der Starfighter vielleicht der neue Volksjäger werden?

München 19 JOACHIM BÜCHNER

Teilen Sie bitte der Firma mit, daß ich gern bereit wäre, die Vertretung für den Bezirk Heidelberg-Land zu übernehmen.

Heidelberg DIETER LAEMMEL

Bisher war es mir nicht möglich, meine zwar bescheidenen, aber schlagkräftigen Truppen mit modernen Flugzeugen auszurüsten, da mein Schrebergarten größere Basen nicht zuließ. Da die Lockheed F-104 solche Basen nicht benötigt, ist es mir nunmehr möglich, die Lücke zu schließen.

Nachdem ich bereits auf Grund von SPIEGEL-Anzeigen auf ein recht brauchbares Rasiergerät; Melissengeist und eine Waschmaschine aufmerksam wurde, erweist es sich hier aufs neue, daß der SPIEGEL gerade auch im Anzeigenteil für seine Leser unersetzlich ist. Gern werde ich das in der übrigen Industrie herumerzählen.

Karlsruhe DR. RICHARD STAUFFER

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