Lockerndes Element - DER SPIEGEL
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Lockerndes Element

Über sein strapaziöses Diplomatenleben als Verteidigungsattache an der Bonner Botschaft in Bangkok berichtet Oberstleutnant i. G. Harald Edler von Braunmühl in der Zeitschrift »Europäische Wehrkunde«. Auszüge:
• aus DER SPIEGEL 26/1982
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Zwar haben wir in Deutschland mit dem Erlernen der tonalen Landessprache begonnen, uns aber im wesentlichen auf Höflichkeitsfloskeln sowie einige Grundwendungen beim steten Kampf um die Preise auf den Märkten beschränkt, denn beim gebildeten Einheimischen blamiert man sich ohnehin, und der Normale versteht so oder so nicht, was wir wollen; er ist darüber hinaus auch keineswegs der Gesprächspartner auf beruflicher Ebene.

Wohnungssuche, Besorgungen, die Fülle von Antrittsbesuchen bei den Militärs der Gastländer - oft in Verbindung mit der Verabschiedung des Vorgängers - sowie Höflichkeitsbesuche bei allen Attaches - auch Russen und Chinesen genießen es, für kurze Zeit Gastgeber zu sein - führen zu bemerkenswerten Aktivitäten, lassen den Terminkalender vor zahlreichen Dinners, Luncheons, Empfängen, Vin d'Honneurs, Cocktails u. ä. ebenso anschwellen wie die sich trotz aller Vorsicht merklich wandelnde körperliche Linienführung. Die eilige Suche nach Ausgleichssport führt zu Golf, Tennis und Jogging und auch zum versteckten Vorwurf, man sei wohl nicht recht ausgelastet.

Gastgeschenke und sonstige Aufmerksamkeiten, angefangen von Manschettenknöpfen mit Bundeswehremblemen bis zu Kassetten mit deutscher Marschmusik, auch Kleinigkeiten aus führenden Porzellanhäusern ... bis hin zu Zinnsoldaten oder aber Militärattachestabs-Wappen, sind stets willkommen und dienlich; auch ohne Alkohol, wiewohl manchmal als lockerndes Element am Platz, löst sich so manche verhaltene Zunge.

Was der Ausländer besonders schätzt, sind deutsche Gastlichkeit, auch deutsche Küche und gleichartige Getränke.

Mit den vielzähligen Aktivitäten ist die Ehefrau, der sehr integrale Bestandteil der Aufgabe des Mannes, stark belastet.

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