Lockruf des Orients - DER SPIEGEL
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Am Rande Lockruf des Orients

• aus DER SPIEGEL 1/2001
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Christoph Daum, so lautet ein nicht tot zu kriegendes Gerücht, soll Nationaltrainer in Iran werden. Er fühle sich vom Angebot geehrt, schreibt Daum auf seiner Homepage. Iranische Funktionäre dementieren das Angebot allerdings.

Kolumbien wäre ja noch irgendwie logisch gewesen. Wenn Daum dort auch vielleicht nicht die Nationalelf trainieren würde, so doch immerhin den 1. FC Medellín. Aber Iran? Unter Drogenkundigen gilt Iran als ein Land, das man weiträumig umfahren sollte, weil man damit rechnen muss, dass eine Haaranalyse dort gleich schopfweise durchgeführt wird, und zwar postum. Den DFB-Slogan »Keine Macht den Drogen« nehmen die dortigen Behörden todernst. Außerdem ist Iran nicht gerade für jene ausschweifenden Partys bekannt, die Daum Eingeweihten zufolge gern feiert. Einige Mullahs erinnern zudem von der Körperfülle her (wenn auch nicht vom Gemüt) an Daums alten Feindfreund Reiner Calmund. Das schreckt zusätzlich.

Andererseits ist Iran natürlich eine echte Herausforderung: Beim Asien-Cup hat Chatamis Truppe ähnlich schlecht abgeschnitten wie die Deutschen bei der Europameisterschaft und hat deshalb auch gleich den Trainer gefeuert. Im April will Daum sich entscheiden. Bis dahin kann er ja lernen, was »eine schöne Linie ziehen« auf persisch heißt. Falls er mal mit dem Platzwart reden will.

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