Luc Bondy - DER SPIEGEL
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Luc Bondy

• aus DER SPIEGEL 12/2002
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Luc Bondy , 53, hoch dekorierter Schweizer Regisseur und Intendant der Wiener Festwochen, hat sich bereits wenige Wochen vor Beginn der Theater-Tage eindrucksvoll zu Wort gemeldet. Auf einer Veranstaltung des Wiener Zsolnay Verlags riss er gegen Mitternacht die Regie an sich, indem er das neueste Buch des Autors Karl-Markus Gauß ergriff, in die Runde brüllte: »Wer hier ist Gauß?« und auf die pflichtschuldige Meldung des Angesprochenen hin den Band in dessen Richtung schleuderte. Ein Glas ging zu Bruch, Bondy brüllte 15 Minuten lang, er müsse sich das alles nicht bieten lassen, giftete etwas von »typisch österreichisch«, »nur in Wien denkbar« und zog von dannen. Der attackierte Gauß, Herausgeber der Zeitschrift »Literatur und Kritik« sowie dekoriert mit dem »Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln«, verzichtete seiner Natur gemäß auf eine Erwiderung mit gleicher Waffe. In »Mit mir, ohne mich«, seinem zum Wurfgeschoss degradierten Buch, ist die Abrechnung mit Bondy und die Begründung für dessen Wutausbruch bereits enthalten - dort schildert Gauß, wie Bondy, »ein ordenbehängter Laffe des Kulturbetriebs«, aufgebläht zu einem »Kropf der Selbstzufriedenheit«, seine geringe Wertschätzung für die Verleihung des renommierten Nestroy-Preises in den Satz kleidet, er habe auch schon das Bundesverdienstkreuz erhalten und er finde es nicht mehr.

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