Ludwig Erhard
Ludwig Erhard , im Jahre 1977 gestorbener Vater der sozialen Marktwirtschaft, erhält nicht die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt Fürth. Ausgerechnet die bayerische Landesregierung verhindert diese posthume Ehrung. In der Vergangenheit hatte die SPD-Fraktion im Stadtrat die Auszeichnung des früheren Bundeswirtschaftsministers und Bundeskanzlers zweimal, 1967 und 1977, blockiert. Eine »Fehlentscheidung« erkannte der neu gewählte Oberbürgermeister der Stadt, Thomas Jung (SPD), im Mai - und machte sich für die Würdigung Erhards stark. Doch dies, so ergab nun eine rechtliche Prüfung im Münchner Innenministerium, verstößt gegen die Bayerische Gemeindeordnung. Eine Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Tote, so die Beamten, widerspreche »nach einhellig herrschender Meinung« geltendem Recht, da es sich um eine »höchstpersönliche« Angelegenheit handele. Ausnahmen seien nicht zulässig.