Lückenhafte Atomkontrolle
Die Iraker wollen im Februar nun doch wieder Kontrolleure der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAO) ins Land lassen. Obwohl Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages, hatte die Regierung des Golfstaates zu Beginn des Krieges mit dem Iran die Wiener Nuklearprüfer wissen lassen, die Visiten ihrer Kontrolleure in dem von Frankreich gelieferten Forschungsreaktor Isis seien vorerst unerwünscht. Die Inspektoren mußten sich mit dem Versprechen der Iraker begnügen, die von Paris gekauften 12 Kilogramm Uranbrennstoff, nach Expertenmeinung genug zur Herstellung von Atomwaffen, würden sicher verwahrt. Verluste seien nicht zu beklagen. Von den Franzosen war der Nuklearhandel mit Bagdad bis dahin immer als ungefährlich bezeichnet worden. Ihr Argument: Der Irak unterliege dem Atomwaffensperrvertrag und damit einer lückenlosen internationalen Kontrolle.