LUFTNOT - DER SPIEGEL
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Briefe

LUFTNOT
• aus DER SPIEGEL 51/1961
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

LUFTNOT

Es ist wirklich dankenswert, daß Sie sich des Themas »Radioaktivität durch Atombomben« kritisch angenommen

haben. Wenn man so der Reihe nach die albernen Illustrierten durchblättert, könnte man in der Tat meinen, den verantwortlichen Herren sei das radioaktive Strontium schon sehr tief in die Hirnrinde eingedrungen! Hier feiert die Unsachlichkeit wahre Triumphe. Es ist ja offenbar unvermeidlich, jede amerikanische Hysterie schnellstens im bundesdeutschen Blätterwald wiederzufinden; man könnte fast den Eindruck gewinnen, daß die amerikanischen Helden des letzten Krieges ihre Hosen schon jetzt wieder voll haben - mit radioaktiven Isotopen.

Vilsbiburg (Bay.) DR. MED. W. SCHLEISSING

... und da soll nochmal einer meiner Mitmenschen behaupten, meine Vorzugslektüre, der SPIEGEL, trage destruktiven Charakter.

Hannover WOLFGANG SCHINDLER

Es ist Ihnen zu danken, daß Sie in einem sachlichen Gespräch mit einem international anerkannten Fachmann Zahlen und Tatsachen zu dem Thema »Atomgefahr« feststellen. In der letzten Zeit häufen sich die Fälle, daß in der Öffentlichkeit eine Atomhysterie durch unverantwortliche Berichte - auch in seriösen Tageszeitungen - erzeugt wird. Sicherlich sind die ohne wissenschaftlichen Nutzen von der UdSSR vorgenommenen Kernexplosionen schärfstens zu verurteilen, genaue Angaben über den Umfang der Schädigungen werden jedoch erst in einigen Generationen vorliegen. Zu bedenken ist, daß eine durchschnittliche Herrenarmbanduhr mit Leuchtziffern bei ständigem Tragen eine wesentlich höhere Dosisleistung für den Benutzer erbringt, als sie die Konzentration des fallout aller seitherigen Kernwaffenversuche für den normalen Bürger darstellt.

Frankfurt PÖTSCHKE & CO.

Vertriebsgesellschaft

für Strahlungsmeßgeräte

Insgesamt betrachtet sind die Äußerungen des Herrn Professor Holthusen von einem Optimismus getragen, der in krassem Widerspruch zu den von einigen Länderregierungen bereits getroffenen oder geplanten Maßnahmen steht. Warum empfiehlt man denn den Müttern, einen Vorrat an Trockenmilch anzulegen? Wozu dann das Netz von Meßstationen, das weiter ausgebaut werden soll? Nach Professor Holthusen kann

für den einzelnen von einer Gefährdung überhaupt nicht gesprochen werden! Wozu dann all diese behördlichen Maßnahmen?

Weidenau (Sieg) KURT WEBER

Ach, Sie ahnen ja nicht, aus welcher Bedrängnis mich Ihr Atomwolken-Gespräch mit dem reizenden alten Herrn befreit hat. Seit Wochen hebt mein Mann im Vorgarten einen Krater aus, in dem er einen Klein-Bunker versenken will, und die Abende verdirbt er mir mit Alarmübungen, bei denen die Kinder und ich unter die Betten kriechen müssen Nach Ihrem Gespräch hat er das Loch zugeworfen, ich habe die verfaulten Lebensmittelreserven obenauf gelegt, und nun haben wir ein wunderschönes Mistbeet

Stuttgart ELISABETH SENFT

Fehlt nur noch, daß Sie »Milch von glücklichen Atomkühen« empfehlen!

Mannheim ERNST HOPPE

Herrn Holthusen gebührt für das richtige und schöne Bild, das er zeichnete, aufrichtiger Dank, da er zumindest mit der marktschreierischen Debatte über die Strahlenschäden aufräumte.

Karlstadt (Main) DR. KARL T. GÖTZ

Opium fürs Volk!

Unkel (Rhein) DR. WILLI HATLAPA

Reynolds News

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