Luftwaffe erstaunt - DER SPIEGEL
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Briefe

Luftwaffe erstaunt
• aus DER SPIEGEL 14/1977
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Luftwaffe erstaunt

(Nr. 13/1977, Flugsicherheit: Aus Tonbandprotokollen rekonstruierte der SPIEGEL den Beinahezusammenstoß zwischen einem Qantas-Jumbo und drei Bundeswehr-Phantoms am 23. Februar 1977)

Die Veröffentlichung hat in der Luftwaffe ungläubiges Erstaunen und Betroffenheit ausgelöst. Aus dem Protokoll geht eindeutig hervor, daß die Militärmaschinen das sogenannte Sekundarradar eingeschaltet hatten und dem Fluglotsen somit Höhe, Position und Kennung der führenden Radarleitstelle bekannt waren. Er hätte reagieren können und müssen. Der Fluglotse hat nichts unternommen, um eine gefährliche Annäherung der Flugzeuge zu verhindern. Wie soll man es verstehen. wenn der Lotse den Flugkapitän bittet: »Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie einen Report schreiben wurden«, um ihm dann auch noch deutlich zu machen, daß Gefahr für sein Flugzeug bestanden habe. Der Kapitän sah es offenbar anders. Er ließ sieh aber überreden, nachdem er sich versichert hatte, daß es »Militärs« waren, die in nur 900 Meter Entfernung an ihm vorbeiflogen. die er aber offenbar nicht einmal als Militärmaschinen erkannt hatte. Was stimmt hier nicht? Ging es um die Sicherheit der mehr als 200 Passagiere oder ging es um einen Near-miss-Report gegen die Militärs? Fragen über Fragen. Sie sollten nicht nur im SPIEGEL diskutiert, sondern öffentlich untersucht werden.

Bonn GERHARD SCHURIG Oberstleutnant und Sprecher der Luftwaffe

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