Hausmitteilung Mack
Anders als sein Vorgänger Günter Kießling steht Hans-Joachim Mack als Stellvertreter des Nato-Oberbefehlshabers Bernard Rogers in dessen Gunst. Der Amerikaner hat seinem neuen Vize auch Aufgaben in der nuklearen Nato-Planung übertragen, erstmals einem Deutschen auf diesem Posten - General Mack wertet es in einem SPIEGEL-Gespräch als »qualitativen Sprung«. Und überhaupt ist er der Meinung, »daß wir Deutschen durchaus etwas mehr Selbstbewußtsein zeigen könnten - auch im Bündnis«.
Seit der SPIEGEL 1966 den Ex-Nato-Oberbefehlshaber Lauris Norstad zum »Rückzug Frankreichs aus der Nato« interviewte, ist er mit den militärischen Spitzen des Bündnisses immer wieder ins Gespräch (und Streitgespräch) gekommen. 1969 diskutierten SPIEGEL-Redakteure mit Andrew Goodpaster über die »kranke Allianz«, 1976 mit Alexander Haig dessen »Besorgnis über die zunehmende sowjetische Fähigkeit zum Überraschungsangriff«, 1982 mit Rogers über die (auch von Rogers kritisierte) militante Rhetorik der Reagan-Regierung. Im SPIEGEL-Gespräch äußerte sich 1979 der damalige deutsche Rogers-Vize Gerd Schmückle über ein neues sowjetisches »Potential« der »Bedrohung": SS-20.
Rogers-Stellvertreter Mack auf die Frage nach seinen Möglichkeiten, Nato-Entscheidungen im deutschen Interesse zu beeinflussen: »Für einen Ersteinsatz von nuklearen Gefechtsfeldwaffen würde man mit meinem Konsens nicht rechnen können« (SPIEGEL-Gespräch Seite 153).