Hausmitteilung Macron / Diesel / Abschiebehaft / Rohingya
Fasziniert blickte die Welt diese Woche auf die »Bromance«, die geradezu innig wirkende Brüderschaft zwischen dem Präsidenten Frankreichs und dem der USA. Korrespondentin Julia Amalia Heyer begleitete Emmanuel Macron auf seiner Reise nach Washington. Als einzige Journalistin aus Europa konnte sie mit dem Franzosen im kleinen Kreis diskutieren. Wie ein Popstar sei Macron empfangen worden, sagt Heyer. Der junge Präsident sei ein Meister der Selbstinszenierung. Bei Trump allerdings geriet Macron an die Grenzen seiner Verführungskunst. »Es war nicht klar auszumachen, wer von den beiden die Oberhand hatte«, sagt Heyer. »Macron sieht sich als letzte Verbindung der USA zu den Werten der westlichen Welt; ob er bei Trump wirklich etwas bewirken kann, muss sich aber noch zeigen.« zum Artikel
Wie einfach Dieselfahrzeuge sauber werden könnten, erfuhr Redakteur Gerald Traufetter in dieser Woche beim ADAC im bayerischen Landsberg. Im Testlabor stand dort ein Opel Astra bereit, dessen Abgasanlage mit einem speziellen SCR-Katalysator nachgerüstet worden war. Bis zu 70 Prozent weniger giftige Stickoxide stoße der Wagen aus, erklärte ihm ADAC-Technikchef Reinhard Kolke. Kurzerhand bockten die Techniker das Fahrzeug auf und demonstrierten, wie elegant sich der Katalysator in den Wagenboden integrieren lässt. »Die Autokonzerne weigern sich dennoch, solche einfachen und kostengünstigen Nachrüstungen anzubieten«, berichtet Traufetter. »Es ist atemberaubend, wie sie ihre Kunden für dumm verkaufen.« zum Artikel
In einem Waldgebiet in Westfalen liegt Deutschlands größtes Abschiebegefängnis. Rund 140 Menschen sind dort in Haft und warten darauf, dass ein Flugzeug sie in ihre Heimat zurückbringt. Redakteur Lukas Eberle war überrascht, im Innenhof des Gefängnisses ein Beachvolleyballfeld vorzufinden. Wie oft darauf gespielt werde? Fast nie, antwortete man ihm. Warum die Lust am Ballspiel fehlt, verstand Eberle, als er an interne Berichte aus der Anstalt kam. Randale und Selbstverletzungen sind dort offenbar alltäglich. Die Häftlinge sind verzweifelt, die Wärter fühlen sich alleingelassen. Über Abschiebungen zu entscheiden sei das eine, sagt Eberle: »Es braucht aber dringend auch eine Diskussion darüber, wie mit den Flüchtlingen hinter den Mauern umgegangen werden soll.« zum Artikel
In Myanmar waren sie eine kleine Sensation, die zwölf internationalen Journalisten, die erstmals seit der Massenflucht der muslimischen Rohingya die Gebiete an der Grenze zu Bangladesch bereisen durften. Redakteurin Fiona Ehlers bekam von stolzen Staatsbeamten leere Siedlungen vorgeführt, die gebaut worden waren, damit rund 700 000 geflohene Rohingya bald zurückkehren können. Das Problem: Kein Muslim traut sich. Warum das so ist, erfuhr Ehlers, nachdem es ihr gelungen war, den Regierungstrip zu verlassen und ein von Militärposten bewachtes Rohingya-Dorf zu besuchen: Der Hass zwischen Buddhisten und Muslimen sitzt derart tief, dass eine Versöhnung unmöglich erscheint. »Für die Rohingya ist es ein Tod auf Raten«, sagt Ehlers, »und der Welt wird vorgegaukelt, dass ein friedliches Zusammenleben das Ziel sei.« zum Artikel