Make up - DER SPIEGEL
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Briefe

Make up
• aus DER SPIEGEL 44/1971
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Make up

(Nr. 40/1971, Bildungswesen in USA)

Es gehört schon eine ordentliche Portion Humor dazu, an einer Erziehung, die ihre Jugend nicht vor Rauschgift, Siechtum und Kriminalität bewahren kann, etwas Positives zu entdecken. Die amerikanische »Erziehung« -- mit ihren widerwärtig altklugen und vorwitzigen Kindern -- und die amerikanischen Nobelpreisträger, das dürften Dinge sein, die nicht unmittelbar zusammenhängen. Was die Amis und ihre Nachäffer nicht begreifen wollen: Eine Jugend bedarf nicht nur materieller. sondern auch ideeller Hilfen -- und zuweilen einer straffen Hand.

Laubach (Hessen) L. DONATH

Sie haben bei Ihrem Vergleich übersehen. daß der Löwenanteil -- mehr als 50 Prozent -- der US-Aufwendungen für Bildung für Sachgebiete aufgebracht wird, die mit der Bildung direkt überhaupt nichts mehr zu tun haben. Beispielsweise Verköstigung in Schulrestaurants, die von Stahl nur so strotzen; auf modernst eingerichtete Küchen mit unzähligen Bediensteten; hunderttausend Schulbusse, die die Schüler über große Entfernungen hin- und herfahren, auch wenn eine geeignete Schule nur zehn Meter vom Haus des Schülers entfernt ist, nur um die Schülerzahlen rassisch proportional aufzuteilen und so weiter.

Die Schulspeisung hat in den USA vielleicht insofern eine Berechtigung, weil ein ansehnlicher Prozentsatz der Schüler hier sicherlich die einzige gescheite Mahlzeit kriegt. Der ohnehin schon hohe Prozentsatz von unterernährten Kindern -- nicht aus Mangel an Lebensmitteln, sondern auf Grund von Gleichgültigkeit -- wäre sonst sicher noch höher.

Kurz, dem US-Schulsystem hängt ein gigantischer Wasserkopf an, der die Korruption auf vielen Gebieten geradezu herausfordert.

Aber mehr als dies alles dürfte der zurückgebliebene Stand des amerikanischen Lehrkörpers wiegen. Antiautoritäre Experimente -- die Sie ja als so richtungsgebend herausstellen -- waren und sind wenig dazu angetan, diese hoffnungslosen Gegebenheiten zu verbessern und der Berufsmoral der Lehrenden neue Impulse zu geben.

Fort Lauderdale/Florida (USA)

HANS J. und MARIANNE RAAB

Es ist ja auch viel einfacher, die Kinder spazierenzufahren, als etwa das dafür notwendige Geld zur Verbesserung der Slum-Schulen zu verwenden. Schließlich ist »make up« ja ein amerikanischer Begriff.

Hamburg REINHARD KEIL

Mir ist die mutige Experimentierfreudigkeit der amerikanischen Pädagogik jedenfalls lieber als die ewig dauernde Tradition auf Europas Schulen und Universitäten.

New York KARLHEINZ AUSSERHOFER

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