Manfred Stolpe
Manfred Stolpe, 66, neuer Bundesbau- und -verkehrsminister und zu DDR-Zeiten Kirchenjurist, nahm, wiewohl evangelisch, sprachlich Zuflucht bei der Hierarchie der katholischen Kirche. Bei der Übergabe der Ernennungsurkunden an seine Staatssekretäre und Spitzenbürokraten stellte er die Einzelnen vor. Bei »Achim Großmann« stockte Stolpe und fuhr dann fort, »nun ja, allen hier bestens bekannt als, ich will mal sagen, der Papst im Bauministerium.« Kurze Stille, bis sich Großmann gefangen hatte: Er sei tatsächlich »der Mann mit den meisten Ernennungsurkunden dieser Regierung«. Seit Dienstantritt von Rot-Grün vor vier Jahren sei das jetzt seine neunte Urkunde, die er als Staatssekretär erhalte. Angefangen hatte der Segen mit Franz Müntefering, dem alsbald im Amt Reinhard Klimmt und dann Kurt Bodewig folgte, zwischendrin hatte auch noch Jürgen Trittin das Verkehrsministerium kommissarisch für zwei Wochen geführt: Macht vier Ernennungs- und vier Entlassungsurkunden.