Marithé - DER SPIEGEL
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Marithé

• aus DER SPIEGEL 12/2005
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Marithé , 58, und François Girbaud, 60, Modemacher in Frankreich, sehen sich als missverstandene Opfer einer von der katholischen Kirche erwirkten Zensur: Auf Antrag der französischen Bischofskonferenz ließ das Pariser Landgericht ein über 400 Quadratmeter großes Werbeplakat entfernen, das seit Monatsbeginn an der eleganten Avenue Charles de Gaulle aufgehängt war. Das Riesenposter zeigt in Anlehnung an Leonardo da Vincis »Abendmahl« eine Tischszene, in der junge Frauen in den typisch lässigen Kreationen des Designerpaars Jesus und die Apostel darstellen. Den Platz neben der Jesus-Darstellerin nimmt ein junger Mann mit nacktem Oberkörper ein, der eine der Frauen umarmt und dem Betrachter den Rücken kehrt. Diese Werbung sei eine »Beleidigung

für Katholiken«, so die Richter. Die Modeschöpfer reagierten »schockiert«. Das fragliche Gemälde sei schließlich Teil des »Weltkulturerbes« und gehöre nicht den Katholiken. Die Fotografin der Szene, Brigitte Niedermair, hält ihr Werk für »eine Hommage an die Kunst und an die Frauen«. Die Designer sind mittlerweile in Berufung gegangen und wollen demnächst eine »suggestive neue Version zum gleichen Thema« am selben Ort aufhängen.

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