Mark Osterloh
Mark Osterloh , 53, Augenarzt im US-Staat Arizona, macht sich um die Wahlbeteiligung im Lande Sorgen. Wenn 60 Prozent der registrierten Wähler zur Urne schreiten, ist es in Arizona wie im Rest der USA schon ein gutes Resultat. »Im Grunde wählt stets eine kleine Minderheit unsere Regierung«, ärgert sich Osterloh. So hat der Ophtalmologe eine Initiative ins Leben gerufen mit dem umständlichen Titel »Das Arizona-Wähler-Belohnungsgesetz«. Bürger, die zur Wahl gehen, gleichgültig wen sie wählen, sollen automatisch Teilnehmer einer Wahl-Lotterie werden. Als Anreiz sind eine Million Dollar ausgesetzt, die derjenige erhält, der in der Wahl-Lotterie gezogen worden ist. Mit dem Slogan »Wer will Millionär sein? Stimme ab!« hat Osterloh 185 902 Unterschriften von registrierten Wählern für seine Gesetzesinitiative gesammelt, die jetzt bei der Wahl im Herbst zur Abstimmung zugelassen worden ist. Wenn auch dann eine Mehrheit für dieses Gesetzesvorhaben stimmt, könnte in allen zukünftigen Wahlen die Wahl-Lotterie das Interesse am Wählen stärken, so die Überlegung. Die Chance, die eine Million Dollar im Wahl-Lotto zu gewinnen, sei selbst bei einer (ungewöhnlich starken) Wahlbeteiligung von zwei Millionen Wählern, wie zuletzt im Jahr 2004, ungleich höher, als etwa in der heimatlichen Lotterie Powerball den Jackpot zu knacken (1:140 Millionen), allerdings auch nicht annähernd so gut wie vom Blitz (1:60 000) getroffen zu werden, rechnet Osterloh scherzhaft vor. Finanziert werden soll der Eine-Million-Dollar-Gewinn im Übrigen aus dem Topf der nicht abgeholten Lotteriegewinne der Lottery Commission von Arizona.