Maulkorb
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DER SPIEGEL 38/1970
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Im CDU-Bundesvorstand mußte am letzten Dienstag Parteichef Kurt Georg Kiesinger, 66, vor dem jüngsten Vorstandsmitglied zurückstecken. Der Hamburger Anwalt Jürgen Echternach, 32, Führer der Jungen Union, blieb ungerügt, obwohl er in einem veröffentlichten Brief Kiesinger und andere Unions-Prominente wegen ihrer »unterschiedlichen Stellungnahmen zum Moskauer Vertrag« angegriffen hatte, durch die »CDU und CSU schon jetzt in ihrer Haltung festgelegt« werden könnten. Kiesinger bekannte sich sogar schuldig: »Es Ist da sicherlich etwas verschlampt worden.« Die Vorstandsmitglieder verpaßten Ihrem Chef einen Maulkorb: Ohne ihr Votum dürfe kein endgültiges Urteil der Union über den Vertrag abgegeben werden. Kiesinger selbst stimmte dem Beschluß zu.