Mazerine Pingeot - DER SPIEGEL
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Mazerine Pingeot

• aus DER SPIEGEL 27/2000
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Mazerine Pingeot, 25, lange verheimlichte uneheliche Tochter des 1996 verstorbenen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand, tut, was sie kann, um einer dringenden Bitte ihres Vaters zu entsprechen. Kurz vor seinem Tod hatte der alte Herr im Elysée Mazarine das Versprechen abgenommen, sein Lebenswerk zu schützen und zu verteidigen. Mazarine organisierte und führt die Vereinigung »Les Amis de François Mitterrand«. Gelegenheiten, sich schützend vor den Vater zu stellen, gibt es viele. Vergangene Woche erst legte die französische Astrologin Elizabeth Teissier Tonbandmitschnitte von Gesprächen mit Mitterrand vor. Demnach hat der frühere französische Staatspräsident politische Entscheidungen, etwa den besten Zeitpunkt der Teilnahme Frankreichs am Golfkrieg, von ihrer Sterndeuterei abhängig gemacht. Doch Mademoiselle Pingeot besteht darauf: »Mein Vater hat nicht auf die Ansichten von Madame Teissier gewartet, um wichtige politische Entscheidungen zu treffen.« Dass ihr Vater im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaboriert habe, wies sie in einem Interview mit »Newsweek« zurück: »Er arbeitete in der Vichy-Regierung als Funktionär, und das ist was anderes, als Kollaborateur zu sein. Später ging er in die Résistance«. Auch das Vorurteil, dass Mitterrand als kranker alter Mann, verheiratet mit Danielle und beschwert von Staatsgeschäften, kein guter Vater war, lässt die Tochter von Anne Pingeot nicht gelten: »Er zog mich auf, wie es ein ganz normaler Vater tut. Ich sah ihn häufiger als die meisten Kinder sonst ihre Eltern. Er kam jeden Abend nach Hause aus dem Elysée, um meine Mutter und mich zu sehen.«

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