McCARTHY - DER SPIEGEL
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Briefe

McCARTHY
• aus DER SPIEGEL 31/1953
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McCARTHY

(Nr. 26 u. 28/1953, Ausland)

Mit Befremden habe ich die heftigen Angriffe gegen Senator J. McCarthy festgestellt. Ich möchte daher nicht versäumen, eine Lanze für diesen geplagten Mann zu brechen. Man muß immer in Betracht ziehen, daß sich seit einigen Jahren in der amerikanischen Öffentlichkeit eine Drehung der politischen Marschroute um 180 Grad vorbereitet. Ein Teil des amerikanischen Volkes, zu dessen Sprecher sich McCarthy macht, beginnt einzusehen, welche unheilvolle Rolle der Kommunismus und die hinter ihm stehenden Kräfte in den letzten 20 Jahren in der Geschichte gespielt haben, und ist mutig genug, diese Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.

McCarthy ist beileibe kein Amokläufer, und wenn man ihm nicht zustimmen kann, so muß man doch zumindest die Festigkeit, die Konsequenz, den Mut, die Unbestechlichkeit und die Klugheit bewundern, mit welchen er gegen nahezu die gesamte Weltöffentlichkeit angeht. Daß er seine »Kandidaten« nicht mit Handschuhen anfaßt, wird durch die Problematik des Objekts und die Handlungsweise seiner »Opfer« hinreichend verständlich.

San José (Costa Rica)

F. J. v. Koeller

... Der McCarthyismus ist der letzte Aufstand des amerikanischen Bürgertums gegen den inneren, vornehmlich intellektuellen Kommunismus, der in erster Linie von den europäischen Emigranten wie eine Krankheit nach den Vereinigten Staaten eingeschleppt wurde. Die »Betroffenen« sind darum überwiegend »späte Einwanderer« aus Europa. Wir kennen diese Sorte Kommunisten noch aus dem Berliner Romanischen Café. Die Herrschaften haben keine Flugblätter geschleppt, waren keine kleinen KP-Funktionäre und marschierten am 1. Mai nicht hinter der roten Fahne. Sie trugen nur den roten Schlips und die Allüren der reichen Leute. 1933 emigrierten sie in der verkehrten Richtung - nämlich nach Paris, London und New York.

1945 kamen einige von ihnen in Uniform wieder nach Deutschland; sie arbeiteten vornehmlich bei CIC, dem Nachrichtendienst

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