Mehr als ein Lückenfüller
Nr. 27/2003, Christdemokraten: Wie ein Männerbund gegen Angela Merkel Front macht
Es ist doch ein offenes Geheimnis, dass Angela Merkel nur ein durch die Spendenaffäre entstandenes Machtvakuum füllt, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Danach werden die »rechtmäßigen Nachfolger« der Männerbünde der vorangegangenen Generation weiter ungehemmt nach der Macht streben. Sicherlich war es in den Augen dieser jungen Wölfe sehr vermessen von Frau Merkel, dass die in ihrer Person mehr als einen Lückenfüller, ja gar eine Kanzlerkandidatin gesehen hat. Also haben sie sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
FRANKFURT AM MAIN YONCA KIEL
Traurig, aber wahr, dass die Art und Weise, wie Roland Koch den Spendenskandal der Hessen-CDU im Herbst 2000 »bewältigt« hat, inzwischen nicht nur in den konservativen Medien als besondere politische Tugend gilt. Der christlich-demokratische Spitzenpolitiker Koch hat das Wahlvolk damals mehrfach vorsätzlich belogen. Aber für viele im Lande »sind Politiker doch alle so« - und die kühl kalkulierten Lügen eines amtierenden Ministerpräsidenten somit nicht einmal von Nachteil für den weiteren Weg nach oben. Darauf konnte Koch schon damals vertrauen. Die Glaubwürdigkeit von Politikern aller Parteien geht an solcher »Normalität« leider zu Grunde. Aus solchem Holz muss er wohl geschnitzt sein, der zukünftige Kanzlerkandidat der Union!
DÄNISCHENHAGEN (SCHLESW.-HOLST.) KORNELIUS KREMKAU
Wenn man einmal unterstellt, dass Angela Merkel bei der Bundestagswahl 2002 für die Union einige Prozente mehr geholt hätte als der im Norden und Osten Deutschlands weniger beliebte Edmund Stoiber, so darf sich der »Andenpakt« die Verhinderung von Frau Merkel um den Preis der Wiederwahl von Rot-Grün anrechnen lassen. Dass diese Clique aus ihrem Fehler nichts gelernt hat und dabei ist, den skandalumwitterten und auf viele unsympathisch wirkenden Herrn Koch auf den Schild zu heben, verbessert nur die Chancen auf eine dritte Amtszeit für den Gerd.
GEROLZHOFEN (BAYERN) GERALD ESER
* Mit Bundeskanzler Helmut Kohl (M.) und dem Bundesvorsitzendender Jungen Union, Christoph Böhr, 1984.