Meshuggah!
(Nr. 13/1976, Literatur: Wollschlägers neue »Ulysses«-Obersetzung; Nr. 11' 1976, Raubdrucke)
Als Joyce-Fan will ich die Leistung des tollen Buben Hans Wollschläger gewiß nicht schmälern. Aber warum, zum Teufel, hat sich eigentlich noch kein Rezensent darüber aufgeregt, daß 140 Mark für eine deutsche Ulysses-Übersetzung denn doch ein bißchen happig sind? Joyce legte schließlich immer großen Wert darauf, daß seine Bücher billig herauskamen, damit sie auch gekauft werden konnten. Er selbst, professioneller Überleber in finanzieller Dauerkrise, hätte sich eine Übersetzung zu dem Preis niemals leisten können. »Meshuggah. Off his chump"**, hätte er über den für diesen Preis Verantwortlichen gesagt.
Neu Isenburg (Hessen) DIETER MANK
Der Aufruhr der Staatsanwälte bei der Entdeckung von Raubdrucken ist mir wirklich unverständlich. Ein Hauptgrund ist doch, daß sämtliche Neuerscheinungen zunächst nur als ein sehr teures Buch zu bekommen sind. Wenn nach zwei Jahren das Taschenbuch erscheint, ist das Interesse längst erloschen, und man ärgert sich wieder über die hohen Preise der Neuerscheinungen. Warum kann nicht jedes Buch sofort als Taschenbuch erscheinen? Warum geht das nur, wenn man die Worte Willy Brandts oder Alexander Solschenizyns so schnell wie möglich verbreiten will?
Northeim (Nieders.) ERNST MEDECKE stud. jur.
** James Joyce: »Ulysses«; Kap. 8, S. 159 der Penguin-Books-Ausgabe