Michael Dickinson
Michael Dickinson , 56, britischer Künstler, ist in Konflikt mit der türkischen Justiz geraten. Der Autor und Collage-Künstler, der seit 20 Jahren in Istanbul lebt, hatte den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan als Hund dargestellt, der von US-Präsident George W. Bush auf einer Tier-Show mit einer Schleife ausgezeichnet wird. Bereits kurz nachdem Dickinson das Bild in einer sogenannten Friedensausstellung in der Istanbuler Innenstadt aufgehängt hatte, wurde es von der Polizei entfernt. Nun soll sich der Organisator der Ausstellung wegen »Beleidigung der Würde des Ministerpräsidenten« vor Gericht verantworten. Doch Dickinson stellte sich der Justiz, um die Verantwortung zu übernehmen. Er sieht das Verfahren als Testfall für die demokratischen Rechte in der Türkei: »Der künstlerische Ausdruck muss frei sein«, so Dickinson, aber in der Türkei könne man immer noch verhaftet und eingesperrt werden, »nur wenn man seine Meinung sagt«. Premier Erdogan verklagte nach Angaben des türkischen Verlegerverbandes im vergangenen Jahr 59 Publizisten, Künstler und andere Personen, die ihn kritisiert hatten, wegen Verletzung seiner Rechte. Dafür erhielt er bereits umgerechnet rund 70 000 Euro Entschädigung.