Michael Harding, - DER SPIEGEL
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Michael Harding,

Von Doja Hacker
• aus DER SPIEGEL 31/1997
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40, selbständiger Londoner Butler, hat die Vorzüge einer Dienstleistungsgesellschaft offenbar als Kellner im Buckingham-Palast schätzengelernt. Nun wollte er Großbritanniens Bankgewerbe kundenfreundlicher gestalten. Zusammen mit einigen Gesinnungsfreunden versuchte Harding vorige Woche, die größte genossenschaftliche Bausparkasse des Vereinigten Königreichs in eine reguläre Bank zu verwandeln und dabei anfallende Kursgewinne einzustreichen, was andere Kassen in den vergangenen Monaten erfolgreich vorexerziert haben. Sich selbst wollte Harding zum neuen Bankchef wählen lassen und hat versprochen, Filialen in Pubs sowie Geldautomaten in den Beichtstühlen katholischer Kirchen einzurichten. Die künftigen Geschäftsstellenleiter sollten streng demokratisch von ihren Kunden gewählt werden. Auch seiner einstigen Arbeitgeberin wollte Harding Gutes tun. Unter seiner Leitung sollte die Bank die königliche Jacht »Britannia« kaufen und sie der Queen zwei Wochen im Jahr für eine Kreuzfahrt zur Verfügung stellen. Trotz seiner exzentrischen Vorsätze hatten Finanzexperten Harding gute Chancen bei der Verwirklichung seiner Ideen eingeräumt. Doch zur großen Erleichterung der Londoner City mußte Harding bei der Wahl zum Chef durch die Kassen-Mitglieder eine Niederlage hinnehmen.

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