Michèle Alliot-Marie
Michèle Alliot-Marie, 53, französische Ex-Sportministerin und als erste Frau Chefin der Gaullistenpartei RPR, retuschierte in einem romantisch bebilderten Interview im Klatschmagazin »Oh La!« beherzt an ihrem Image als seelenlose eiserne Lady der Nation und erheiterte damit unfreiwillig Parteifreunde und Journalisten. Die rechte Bürgermeisterin des baskischen Badeortes Saint-Jean-de-Luz, von boshaften Karikaturisten gern als bebrillte Schreckschraube dargestellt, beteuerte nicht nur, dass sie die Messe in Baskisch singe und »Kunst, Poesie, Musik oder Schönheit in jeglicher Form« sie zutiefst aufwühle, sondern verkündete auch, ihr Dasein als notorische Junggesellin werde »eines montags morgens« vorbei sein. Ihr Bekenntnis indes, dass sie sich, wenn »eine Fee mich berühren würde«, gern in »eine jener schönen Wogen des Atlantiks ... im Strahl der untergehenden Sonne« verwandeln würde, befand selbst die Partei-Pressestelle als »ein bisschen oh, là, là«. Das Boulevardblatt »Le Parisien« gratulierte hingegen scheinheilig zur »bonbonrosa Reportage": »Ausnahmsweise hat sie mal nicht gemeckert, dass alle Journalisten Ultra-Linke seien und dringend bessere Ausbildung bräuchten.«