Miese Plebejer
(Nr. 3/1993, SPIEGEL-Titel: Sittenverfall der politischen Klasse)
Nicht erst seit Ihrem Bericht widern mich die deutschen Berufspolitiker aller Parteien und auf allen Ebenen an. *UNTERSCHRIFT: Gerlingen (Bad.-Württ.) DR. MED. DIRK-STEFFEN GERICKE
Hinter wem kann man noch stehen, bei dieser ehrenwerten Gesellschaft? *UNTERSCHRIFT: Hägelberg (Bad.-Württ.) KARL E. TH. SCHÖPS
Die allgemeine Politik- und Politikerverdrossenheit wird weiter zunehmen. 1994 gibt es keine Mehrheiten mehr. *UNTERSCHRIFT: Offenburg URSULA CONSTROFFER
Wo man auch hinschaut: miese Plebejer! *UNTERSCHRIFT: Hameln DR. MED. K. HEERMANN
Nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählte und von der freien Wirtschaft finanzierte Politiker ließen den Steuerzahler Milliarden an Diäten und Pensionen einsparen. Aber wer, außer dem Braugewerbe, würde schon in unsere jetzigen Flaschen investieren? *UNTERSCHRIFT: Berlin MARC SCHIRMER
Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen; Volksvertreter das Volk. *UNTERSCHRIFT: Preetz (Schlesw.-Holst.) JÖRG GAY
Wie soll ich meinen überwiegend schon wahlberechtigten Schülerinnen und Schülern die Grundlagen unseres Staates, unserer Demokratie verständlich machen, wenn das Reden und die Taten vieler unserer Politiker nicht mehr zusammenpassen? *UNTERSCHRIFT: Paderborn GÜNTHER SCHMITZ Studiendirektor
Zum wiederholten Male gebraucht Ihr Magazin den Ausdruck »Nassauer«, um korrupte Politiker zu bezeichnen. Es holt damit ein halbvergessenes Witzwort des 19. Jahrhunderts aus der Mottenkiste. Um dessen Ursprung kann man auch heute noch kräftig streiten. Sicher ist dagegen, daß von jeher Menschen, die in Nassau lebten, von dem Wortgebrauch geärgert, gedemütigt oder sonstwie gekränkt wurden beziehungsweise noch werden, sofern sie nämlich Mitmenschen, die da meinen, über jegliche »landsmannschaftliche Neckerei« erhaben zu sein, gestehen, daß sie »eigentlich« aus Nassau sind. Egal, ob das Neckwort »nassauern« aus der Göttinger Studenten- oder aus der Berliner Bordellsprache kommt: Man sollte es nicht mehr verwenden. *UNTERSCHRIFT: Herborn (Hessen) RÜDIGER STÖRKEL Stadtarchiv
Die Anzeige, in welcher ich vor dem Transrapid abgebildet werde, ist keine Werbeanzeige für die Magnetschnellbahn der Firma Thyssen Henschel, sondern eine Anzeige der vom Förderkreis Pro Nordhessen e. V. und vom Verkehrsverein Kassel e. V. koordinierten Gemeinschaftsinitiative Pro Nordhessen im Rahmen der von dieser durchgeführten Imagekampagne »Nordhessen hat's«. Dabei handelt es sich um eine von Institutionen, Gebietskörperschaften und Unternehmen aus Nordhessen gleichermaßen unterstützte Regionalkampagne. In dem aufgrund der Verkleinerung nicht lesbaren Text werbe ich für die Region Nordhessen und deren Innovationskraft, für die ich beispielhaft die Entwicklung der Magnetschnellbahn Transrapid von Thyssen Henschel erwähne. Irgendwelche Zuwendungen oder Vorteile für meine Mitwirkung bei der Anzeigenerstellung habe ich nicht erhalten. Das in der Bildunterschrift angesprochene »Klima der Käuflichkeit« kann sich nicht auf meine Werbung für Nordhessen beziehen. *UNTERSCHRIFT: Zierenberg (Hessen) RUDI WALTHER SPD/MdB