PDS Millionenstreit
Sachsens PDS-Landesvorsitzender Peter Porsch, 55, der am kommenden Sonnabend auf dem Parteitag der PDS in Cottbus für den stellvertretenden Bundesvorsitz kandidieren will, gerät in einer Finanzaffäre unter Druck. Wegen einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem früheren Besitzer der PDS-nahen Werbeagentur DIX droht dem mitgliederstärksten Landesverband womöglich der Ruin. Werner Dix verklagt die sächsische PDS auf Schadensersatz in Höhe von 2,2 Millionen Mark. Porsch hatte 1993 einen Exklusivvertrag mit der Werbeagentur von Dix unterzeichnet und ihn mit der Durchführung der Wahlwerbung im Wahljahr 1994 im Land Sachsen beauftragt. Zusätzlich unterschrieb die Partei eine Verpflichtungserklärung, nach der sie für jeden Verstoß gegen den Vertrag 50 000 Mark Strafe zahlen muss.
Dix verlangt nun Schadensersatz wegen 44 solcher Vertragsverstöße, weil auch andere Agenturen Aufträge bekommen hätten. Der Rechenschaftsbericht der Bundespartei spricht dafür, dass die sächsische PDS Aufträge an Dix vorbei erteilte. Danach gab die Partei 1994 knapp 1,6 Millionen Mark für Wahlkämpfe aus, Dix erhielt jedoch nur Aufträge in Höhe von 280 000 Mark. Sachsens PDS-Funktionäre wollen die Schuld am drohenden Finanzdesaster dem früheren Wahlkampfchef der Bundespartei, André Brie, anlasten. Der habe dem Landesverband den Mustervertrag zugeschickt, nach dessen Vorbild der Vertrag mit Dix zu Stande gekommen sei. Brie weist die Vorwürfe zurück.