Mißton
Rußlands Antwortnote auf die amerikanischen Beschuldigungen im Falle Kosenkina-Samarin ist ein neuer Mißton in den Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Die Sowjetregierung bestritt energisch, die russische Lehrerin Kosenkina im New Yorker Konsulat gefangengehalten zu haben. »Alle Handlungen des russischen Konsuls in New York entsprechen voll und ganz dem Interesse Rußlands an der Verteidigung ihrer Bürger gegen verbrecherische Versuche, deren Freiheit und Bürgerrechte zu beeinträchtigen. Nach Ansicht der Sowjetregierung ist in den USA jetzt eine Lage geschaffen, in der es den Konsulaten unmöglich ist, ihre normalen Funktionen auszuüben. Die Sowjetregierung hat daher beschlossen, ihre beiden Konsulate in New York und San Francisco sofort zu schließen. Sie erwartet, daß auch das amerikanische Konsulat in Wladiwostok geschlossen wird«, schließt die Note. Außenminister Marshalls Kommentar: »Bedauerlich, aber keine schwerwiegende Angelegenheit.«