Mit aggressiven Methoden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 110 / 122

Briefe

Mit aggressiven Methoden
• aus DER SPIEGEL 22/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit aggressiven Methoden

Nr. 20/2002, Mobilfunk: Die Strahlenphobie der Deutschen

Gebetsmühlenartig wird die politische Indifferenz der Bürger dieser Gesellschaft beklagt. Doch wehe, Bürger wehren sich gegen die Diktatur mächtiger Lobbys! Schwups, greift das Klischee, das nun in den Kram passt: Bei den 1300 Bürgerinitiativen gegen Mobilfunkanlagen kann es sich doch nur um die Zusammenrottung von Hysterikern handeln. Kein Mensch wird gefragt, ob er denn den neuen UMTS-Standard braucht. Doch 50 Milliarden Euro sind hingeblättert, unsere Regierung hat sie eingesteckt und lässt seitdem Städte, Gemeinden und Bürger mit den aggressiven Methoden der Mobilfunkbetreiber allein. Jetzt folgt die Armada von noch stärker strahlenden Mobilfunkanlagen, wenn nötig, eben alle 350 Meter, damit nichts und niemand unbestrahlt bleibe - ohne vorherige Information der Anwohner, ohne große Chancen, die Dinger wieder wegzukriegen!

MÜNCHEN SABINE KAMMERL

Das Paradoxe an der ganzen Sache ist doch, dass jeder ein Handy haben will, das möglichst an jedem Punkt des Planeten Erde Empfang hat, aber bitte ohne Funktürme neben der eigenen Haustür. Die sollen gefälligst woanders stehen, wo sie andere stören, ist es nicht so?

GÖTTINGEN REJA BEDÜRFTIG

Der Aussage der nicht nachgewiesenen Gesundheitsschäden mag man ja derzeit noch folgen. Sind aber gestörter Schlaf, erhöhte Nervosität und Migräne als Folge gepulster Hochfrequenz aus Mobilfunkgeräten nicht mindestens als Einschränkung der Lebensqualität zu betrachten? Mit den daraus resultierenden Folgen vielleicht sogar gesundheitsschädlich!

BERLIN STEFAN BANDELIN

Zur Ausgabe
Artikel 110 / 122