Mit Methode
Nr. 14/2005, Auswärtiges Amt: Aufstand der Diplomaten gegen Joschka Fischer
Die sogenannte Visa-Affäre spiegelt die eigentliche Affäre, den parteipolitischen Schlagabtausch von Kränkungen anders gesinnter Diplomaten, die sich in Stellung bringen, weil sie womöglich Höheres in ihrem Parteilager erhoffen. Leider finden sie sich im Sumpf nationalsozialistischer Sympathien wieder. Wann spiegelt der SPIEGEL die eigentliche Affäre des braunen Sumpfes auf dem Titelblatt mit den Köpfen der Diplomaten. Frei nach Heinrich Böll: »Schlagt Alarm, nicht wenn ein ukrainischer Bauer sein Visum erschleicht, mit der Aussicht auf Erweiterung seines Horizontes, sondern wenn die Diplomaten ihre braunen grauen Zellen auspacken zur Rechtfertigung von Unrecht.«
LEIENKAUL (RHLD.-PF.) HERMANN HEIDGER
Wir kannten Franz Krapf gut, er war ein enger Freund unseres verstorbenen Großvaters, Botschafter a. D. Rolf Pauls. Auch dieser war als erster deutscher Botschafter in Israel und Peking nach dem Zweiten Weltkrieg sowie weiteren Stationen ein verdienter Diplomat. Das reichte aber nicht, damit unsere verwitwete Großmutter ein Kondolenzschreiben vom AA bekommen hätte, so wie es vor Fischer üblich und auch geboten war. Franz Krapf und Rolf Pauls stehen für eine Generation, die ihre Laufbahn in einem Unrechtsstaat begonnen haben, aber danach tatkräftig daran mitgearbeitet haben, das katastrophale Bild Deutschlands vor der Welt zu verändern. Fischer beansprucht ihre Leistungen als Außenminister für sich, spricht ihnen aber de facto den Respekt für diese Leistungen ab. Der dem AA unwürdige schlechte Stil des Außenministers, der wohl schon immer Misstrauen gegen diesen »elitären« Verein seiner Untergebenen hegte, hat sich offenbar durchgesetzt.
FRANKFURT AM MAIN, HAMBURG
PHILIPP U. TOBIAS LEVEDAG
Es hat immer noch Methode in diesem unseren Land. Schon vor 50 Jahren berichteten Sie über die »Karriere eines NSDAP- Mitglieds im Auswärtigen Amt« (Dr. Heinz Trützschler von Falkenstein, SPIEGEL 15/1955), und heute noch sollen wir uns vor den alten PG »mit ehrendem Andenken« verneigen. Wir lernen einfach nichts dazu!
ROTTHALMÜNSTER (BAYERN) WILHELM WÖLFEL