Mittel gestrichen
Die amerikanische Regierung darf vorerst keine Atomsprengköpfe für Kurzstreckenwaffen bauen, die als Nachfolger der »Lance«-Raketen in Europa aufgestellt werden könnten. Der Vermittlungsausschuß des Kongresses in Washington strich jetzt die vom zuständigen Energieministerium für 1990 beantragten Gelder zum Bau von Produktionsanlagen für die neuen Sprengköpfe. Der Nato-Gipfel hatte zwar im Mai die Entwicklung neuer Atomraketen in den USA begrüßt, Beschlüsse über deren »Einführung und Stationierung« aber bis 1992 vertagt. Im amerikanischen Kongreß gibt es zudem Bestrebungen, keine neuen Nuklearköpfe für das in Europa höchst umstrittene Lance-Nachfolgesystem (Reichweite: 480 statt bisher maximal 120 Kilometer) bauen zu lassen. Vielmehr sollten die Atomladungen der »Pershing 2«-Raketen und Marschflugkörper wiederverwendet werden, die gemäß dem Mittelstreckenwaffenvertrag mit den Sowjets zur Zeit abgerüstet werden.