Mobile Diagnose - DER SPIEGEL
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TROPENKRANKHEITEN Mobile Diagnose

• aus DER SPIEGEL 3/2000
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Eine zu späte Diagnose hat womöglich die Überlebenschancen der an Lassa-Fieber erkrankten Kunststudentin Annegret V., die Ende letzter Woche mit dem Tode rang, erheblich herabgesetzt. Die 23-jährige Frau, die sich an der Elfenbeinküste vermutlich durch Nagerkot mit den gefährlichen Viren infiziert hatte, war zunächst fälschlich gegen Malaria behandelt worden. Das gegen Lassa-Fieber verfügbare Medikament Ribavirin hilft meist aber nur dann, wenn es frühzeitig verabreicht wird. Unbehandelt sterben bis zu 40 Prozent der Erkrankten, zumeist an inneren Blutungen. Der Tropenmediziner Manfred Dietrich vom Bernhard-Nocht-Institut Hamburg fordert deshalb den Einsatz einer »Tropical Task Force« von erfahrenen Virologen, die sofort einsatzbereit ist, wenn in Deutschland eine exotische Krankheit auftritt. Weiter hält Dietrich eine international einsatzfähige Expertengruppe für sinnvoll, die innerhalb von 24 Stunden in das Land fliegt, in dem ein Seuchenherd vermutet wird: »Mit einem etwa 100 Kilogramm schweren Labor im Gepäck könnten die Ärzte in kürzester Zeit Gewebeproben analysieren und klare Aussagen über den Krankheitserreger machen.«

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