MODERNES LEBEN Modisches Garn wird knapp
Auf der Suche nach dem sicheren Trend lassen die Einkäufer von Boutiquen und Herrenausstattern derzeit alles liegen, was aus Leinen und Baumwolle gefertigt ist. Der Knitterlook, klagen die Hersteller in den Mo dehandelszentren Eschborn und Neuss, sei offenbar passe. Auf dem Vormarsch ist ein Garn, das lange Zeit nur als Möbelbespannung oder Innenfutter geeignet schien: die Chemiefaser Viskose. Das nach Auskunft von Modemachern »weiche und fließende Material«, das oft mit Naturgarnen gemischt ist, ermögliche fesche Schnitte, »wie sie sonst nur mit dem teuren Original der fernöstlichen Seidenraupen möglich seien«. Grundstoff für die in aufwendigen Verfahren auf feinste Garnstärke gebrachte Faser ist die aus geschälten Baumstämmen gewonnene Zellulose. Bei der chemischen Industrie wird Viskose bereits knapp. Kunden des größten europäischen Viskose-Anbieters, des Wuppertaler Akzo-Konzerns, bekommen ihre Bestellungen nur noch gekürzt zugeteilt.