»Möglichst bayerisch« - DER SPIEGEL
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TV-KRIMIS »Möglichst bayerisch«

Die Schauspieler Miroslav Nemec, 47, Udo Wachtveitl, 43, und Michael Fitz, 43, über ihren 30. Auftritt als Münchner »Tatort«-Kommissare
• aus DER SPIEGEL 52/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Am Sonntag vor Weihnachten läuft Ihr 30. »Tatort«. Damit sind Sie von der Zahl der Fälle her zurzeit die dienstältesten ARD-Kommissare. Macht Ihnen die Arbeit noch Spaß?

Nemec: Na, klar. Wir sind befreundet und arbeiten gut zusammen. Wir kloppen uns ab und zu um Szenen, aber das hat nichts mit persönlicher Eitelkeit zu tun, es geht immer um die Sache. Immer mehr sogar.

SPIEGEL: Kennen Sie die Quote Ihres letzten »Tatorts«?

Wachtveitl: Wir hatten 7,8 Millionen Zuschauer und waren Tagessieger. Da kann man nicht meckern. Wir sind aber verwöhnt und wünschen uns immer ein bisschen mehr. Der Hamburger »Tatort« hatte neulich sogar 9,2 Millionen.

SPIEGEL: Das heißt, es gibt einen Quotenwettkampf zwischen Ihnen und den anderen »Tatort«-Kommissaren?

Nemec: Nicht direkt. Manchmal akzeptiere ich zähneknirschend, dass andere besser sind. Aber insgesamt bin ich froh, dass der »Tatort« als Produkt gut läuft.

SPIEGEL: Konzept des »Tatort« war mal die regionale Verankerung. Das merkt man immer weniger. Dass Ihre »Tatorte« in München spielen, fällt selten auf.

Wachtveitl: Ich achte darauf, dass möglichst bayerisch gesprochen wird.

SPIEGEL: In der Jubiläums-Folge, die jetzt gesendet wird, treten Jugendliche aus einem sozial schwachen Vorort auf, die reinstes Hochdeutsch sprechen.

Wachtveitl: Das spiegelt die traurige Entwicklung, dass München, obwohl das Tourismusamt jodelt, eine normale deutsche Großstadt ist. Dieselben Geschäfte, dieselben Leute, dieselbe Sprache.

SPIEGEL: Wie groß ist Ihr Mitspracherecht bei den Büchern?

Wachtveitl: Am liebsten kriege ich Bücher, die ich nicht ändern muss.

SPIEGEL: Aber Sie müssen meistens?

Wachtveitl: Nicht immer. Aber wir kümmern uns sehr um unsere Figuren.

Fitz: Und wir bleiben immer auf der inhaltlichen Seite der Auseinandersetzung. Es geht um Qualität, unsere Streitigkeiten sind immer fruchtbar.

SPIEGEL: Haben Sie nach elf Jahren »Tatort« neuen Regisseuren gegenüber vielleicht eine etwas arrogante Haltung?

Wachtveitl: Nein. Frisches Talent wird gern genutzt. Und wenn einer über die Stränge schlägt ...

Nemec: Mann, bist du überheblich. Doch, Neue haben es schwer, weil wir unsere Anliegen vehement vertreten.

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