DEUTSCHLAND Monopol.
Der Westberliner Senat will bei Verhandlungen über einen neuen Status von Westberlin das sowjetzonale Reichsbahn-Monopol brechen. Aufgrund des Viermächte-Abkommens werden bis heute sämtliche auf Westberliner Territorium gelegenen ehemaligen Reichsbahnanlagen einschließlich der Berliner Stadtbahn von der sowjetzonalen Reichsbahndirektion betrieben. Ulbrichts Funktionäre leiten aus diesem Bahnbetriebsrecht territoriale DDR-Hoheitsrechte über die Bahn- und Gleisanlagen her. Vor allem aus Sicherheitsgründen hält es der Brandt-Senat für unerläßlich, die Reichs- und S-Bahn innerhalb Westberlins im Zuge eines neuen Berlin-Abkommens in eigene Regie zu übernehmen. Über die bis heute von der DDR kontrollierten Schienenstränge kann Ulbricht jederzeit ganze Waggonladungen FDJler nach Westberlin einschleusen und Unruhen provozieren.