Müll gegen das Meer - DER SPIEGEL
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Küstenschutz Müll gegen das Meer

• aus DER SPIEGEL 38/1994
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Mit ungewöhnlichen Methoden wollen Küstenschützer gegen die wachsende Gefahr von Sturmfluten ankämpfen. So soll nach einem Projekt der vor kurzem gegründeten Stiftung Deutscher Küstenschutz Müll gegen die Kraft des Meeres eingesetzt werden. Rund 500 000 Kubikmeter Abfall einer Deponie auf der Ferieninsel Sylt etwa könnten, so die Pläne der Stiftung, sortiert und zu millimeterkleinen Kugeln zerrieben werden. Das meerwasserresistente Granulat, das überwiegend aus den Plastik-Anteilen des Mülls bestehen soll, könnte dann zum Bau von Bollwerken an den Sylter Steilküsten verwendet werden, an denen die Nordsee jedes Jahr etwa eineinhalb Millionen Kubikmeter Sand wegspült. Bisher wird der Sand zum Schutz gegen die Brandung wieder an die Küste gespült, ein sehr teures Verfahren. Dem Projekt massiver Deiche aus Abfall steht Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Hans Wiesen (SPD), zuständig für den norddeutschen Küstenschutz, mit Skepsis gegenüber: »Das Müllproblem der Nordländer ließe sich damit vielleicht lösen, aber wir müssen aufpassen, daß die Deiche nicht wie Atlantis im Meer versinken.«

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