SIMBABWE »Mugabe entmachten«
SPIEGEL: Am kommenden Dienstag ist Simbabwe 20 Jahre unabhängig, aber die meisten Feiern wurden abgesagt. Ist das in Ihrem Sinn?
Smith: Ich habe immer geglaubt, dass die Machtübernahme Robert Mugabes ins Chaos führen würde. Und ich habe Recht behalten. Rhodesien war ein blühendes Land, als ich abtrat. Doch Gangster haben sich seiner bemächtigt und es ruiniert, sie haben einen totalitären Ein-Parteien-Staat errichtet.
SPIEGEL: Aber Ihre Regierung hat damals die ungleiche Aufteilung von Land zementiert, gegen die Mugabe jetzt mobil machen lässt.
Smith: Das Land wurde bereits von den Briten aufgeteilt. Die europäischen Farmer erhielten damals ein Drittel der Äcker, weil sie die einzigen Produzenten von Nahrungsmitteln waren.
SPIEGEL: Nun fordert Mugabe Entschädigung von den Briten.
Smith: Er sollte den Briten dankbar sein. Diese Aufteilung trug zum Wohlstand des Landes bei. Die Krise ist selbst verschuldet. Die Spitzen der Regierung sind doch nicht von ungefähr zu Multimillionären geworden. Vor 20 Jahren liefen sie noch im Busch herum. Sie bereichern sich auf Kosten der Steuerzahler.
SPIEGEL: Mehr als 900 Farmen wurden in den vergangenen zwei Monaten besetzt. Auch Ihre?
Smith: Nein. Außerdem würden meine Farmarbeiter Besetzern eine Lektion erteilen. Die meisten sind doch nichts weiter als eine gemietete Masse, Arbeitslose, die von der Regierungspartei angeheuert werden.
SPIEGEL: Sie lebten bisher zurückgezogen. Warum mischen Sie sich wieder ein?
Smith: Dieses Land hat nur eine Zukunft ohne Mugabe. Wir müssen die Gangster entmachten.
SPIEGEL: Die unter Ihrer Schirmherrschaft vereinigten Regimegegner haben bei den für Mai anberaumten Parlamentswahlen keine Chance. Sie könnten aber das Votum für die Opposition spalten.
Smith: Das Problem in Afrika ist, dass jeder Chef sein will. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir eine vereinte Oppositionsfront präsentieren können.
SPIEGEL: Werden Sie selbst antreten?
Smith: Ich müsste wahnsinnig sein, wenn ich mich in meinem Alter noch einmal in die Politik begeben würde.