NAMIBIA Mugabes langer Schatten
Die rund 4000 weißen Farmer in der ehemaligen deutschen Kolonie fürchten ähnliche Zustände wie in Simbabwe, weil sich Präsident Sam Nujoma beharrlich weigert, ihnen Garantien für ihre Güter zu geben. Ende Mai hatte Nujoma ungerührt hingenommen, dass sein Staatsgast Robert Mugabe aus Simbabwe die schwarzen Namibier aufrief, die Farmen ihrer aus Europa stammenden Landsleute zu besetzen. In den Wochen danach schwieg der Namibia-Präsident zu ähnlichen Forderungen einheimischer Gewerkschafter und Parlamentarier. »Wenn ihr nicht freiwillig euren Grund mit landlosen Bewohnern teilt, haben wir hier bald simbabwische Verhältnisse«, hatte der Abgeordnete Ambrosius Haingura von der Regierungspartei Swapo gedroht, »ihr Weißen müsst die Verantwortung tragen, falls die Dinge außer Kontrolle geraten.« Eine Erklärung Nujomas, er werde sich an die Verfassung halten, die derzeit Enteignungen und Zwangsverkäufe ausschließt, kann die Farmer nicht beruhigen: Die Dreiviertelmehrheit seiner Regierungspartei im Parlament von Windhuk ermöglicht jederzeit Verfassungsänderungen. Eine solche hatte Nujoma durchgesetzt, bevor er 1999 zum dritten Mal Präsident wurde.