Mut zum Atomrisiko - DER SPIEGEL
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KERNKRAFT Mut zum Atomrisiko

• aus DER SPIEGEL 32/2002
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Trotz des beschlossenen Atomausstiegs beteiligt sich die Bundesregierung auf europäischer Ebene an kostspieligen Vorbereitungen zum Bau eines Kernfusionsreaktors. Das Fusions-Forschungsprogramm ist der Europäischen Union (EU) in den nächsten vier Jahren 750 Millionen Euro wert, gut ein Viertel davon zahlt Deutschland. Etwa 200 Millionen Euro sind für die Planung des Fusions-Demonstrationsreaktors »International Thermonuclear Experimental Reactor« (Iter) bestimmt. Obwohl unsicher ist, ob die Kernfusion überhaupt jemals kommerziell nutzbar sein wird, hat die EU-Kommission mit Zustimmung Berlins das Mandat erhalten, mit den potenziellen Kooperationspartnern Japan, Kanada, Russland und wahrscheinlich den USA über den Bau des Iter zu verhandeln.

Den Vorstoß der deutschen EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer (Grüne), die Zuschüsse für das Fusionsprogramm auf 710 Millionen Euro zu reduzieren, machte der Ministerrat rückgängig - ohne dass Schreyer für ihre Sparposition Unterstützung seitens der Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bekommen hätte. Der Grund für Bulmahns Schweigen: Die EU sagte zu, nicht die Mittel für das deutsche Projekt eines kleineren Fusions-Experiments für spezielle wissenschaftliche Zwecke in Greifswald zu kürzen. Dessen Kosten werden auf 327 Millionen Euro veranschlagt;

bis zu 73 Millionen davon kommen aus Brüssel.

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