MUTTER - DER SPIEGEL
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Briefe

MUTTER
• aus DER SPIEGEL 48/1970
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

MUTTER

(Nr. 45/1970, Parteien)

Sie haben im SPIEGEL über die Bundesfrauenkonferenz der SPD in Nürnberg berichtet und dabei ein negatives Bild der Vorsitzenden des Bundesfrauenausschusses der SPD, Frau Renger, zu zeichnen versucht. Schon das könnte natürlich den Sohn in Harnisch bringen. Aber wichtiger als dieses »private« Gefühl ist etwas anderes, Sie versuchen durch das Attribut »Mutter«, das sowohl auf Frau Strobel als auch auf Frau Renger zutrifft, und getrost in Großmutter gesteigert werden könnte, politisches Unverständnis, mangelnden Sinn für Fortschritt und kritiklose Anpassung zu assoziieren. Damit bedient sich Ihr Autor jedoch genau der Klischees, die bisher so erfolgreich die Gleichberechtigung verhindert haben; denn Sie werden ja wohl nicht ernstlich Mütter von politischer Betätigung ausschließen wollen. Oder sollten etwa auch Großvater Kiesinger, Vater Brandt und Vater Strauß zugunsten von Junggesellen abdanken müssen?

Bonn ROLF RENGER

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