MUTTER COURAGE - DER SPIEGEL
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Briefe

MUTTER COURAGE
• aus DER SPIEGEL 45/1960
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

MUTTER COURAGE

Was sich die Genossin Rut von der Veröffentlichung ihrer Liebes- und Gebärdramen im deutschen Blätterwald zugunsten der Sozialdemokratie verspricht, bleibt unerfindlich.

Dorsten (Rhld.) FRIEDRICH BERTRAM JUN.

Warum ziehen Sie mit gezückter SPIEGEL-Feder gegen Willy Brandt und Gattin? Wollen Sie per Wahlkampfhilfe den alten Herrn in Bonn als Bezieher gewinnen? Die Kritik, ob berechtigt oder nicht - vor allem aber gegen Willy Brandt gerichtet, ist kleinlich und des SPIEGEL unwürdig.

Voitsberg (Österreich) MICHAEL PAY

Daß Rut Brandt mit ihren Lebenserinnerungen, die die einer sehr weiblichen Frau und Mutter sind, brave Leute auf die Barrikaden trieb, kann hierzulande nicht verwundern. Nicht schnulzig, sondern verantwortungsbewußt erlebnishungrigen jungen Mädchen gegenüber hat die Memoiren-Schreiberin über ihre erste Entbindung berichtet. Bedauerlich ist, daß kaum einer der Leute, die nun Steine auf Frau Brandt werfen, sich auch beim Anblick einer Tierleiche in einem Fleischerladen empört.

Hamburg KARL RASCHKE

Warum dieses Geschrei? Hier bei uns denkt sich kein Mensch etwas dabei, wenn die beliebte Frau eines beliebten Politikers ein bißchen aus dem Kreißsaal plaudert. Im Gegenteil - vornehme Zurückhaltung wäre der politische Ruin. Damit gewinnt man - wie auch die deutsche Sozialdemokratie zweimal schmerzlich erfahren mußte - keine Wahlschlachten. Demokratie heißt Volksherrschaft, und ein Volk begeistert man nicht mit politischen Maximen. Wer das nicht begreift, soll den Wahlkampf vor seinem Bücherschrank ausfechten, nicht vor einer schlicht denkenden Millionenmasse

Indianapolis (USA) HANS GRUEN

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