MUTTERBODEN
Man kann dem Publizisten Hans-Georg von Studnitz für seinen Bericht »Die Bundesrepublik - Ein Mutti-Staat?« nur danken, denn allein die letzten Wahlen haben gezeigt, daß in Deutschland nicht mehr »Vati«, sondern »Mutti« dominiert.
Krefeld
ROBERT REININGER
Von Studnitz geht mit den deutschen Ehemännern nicht gerade sanft um, doch sie haben nicht mehr Grund zur Klage als ich: Auch in Amerika hat die Frau die Hosen an.
New York
BILL SUITER
Also auch Du, Brutus!
Nach Illustrierten und Boulevardblättern zieht nun endlich auch der SPIEGEL wider die verruchten, ach so beklagens- (und beneidens-) wert bösen Sekretärinnen zu Felde. Man traut sich mit seinen Sex-Äppeln wahrhaftig kaum noch ins Büro.
Was das Verhältnis Chef/Sekretärin angeht, so dürfte für die Damen, die sich mit bestem Willen und weißer Weste zum Wohle des jeweiligen Unternehmens mühen, die Devise des Hosenbandordens gelten: Honi soit qui mal y pense! Die übrigen werden sich wohl auf Euklid berufen: quod erat demonstrandum!
Hoffentlich steht Herrn von Studnitz eine tüchtige Sekretärin zur Verfügung, die ihm beide Sprüche in brauchbares Deutsch übersetzt.
Schweinfurt
ERIKA GRAMER
Was mag Sie nur dazu veranlaßt haben, das Geschreibsel vom »Mutti -Staat« abzudrucken? Vielleicht wollten Sie die Leser nur provozieren. Aber daß dies noch notwendig wäre, ist wiederum kaum zu vermuten. Also haben Sie »es« ernst gemeint? Hoffentlich nicht!
Mir scheint der Bericht über den Lebensstil (was mag der Verfasser darunter verstehen?) Oder Deutschen« nämlich eher für eine Büttenrede oder einen Beitrag
zur Bierzeitung geeignet zu sein als für ein Nachrichtenmagazin, das sich in dem Ruf eines Intellektuellen-Blattes sonnt.
Göttingen
GERHARD EGGERS
Ich darf doch als sicher annehmen, daß Sie diesen haarsträubenden Unsinn lediglich veröffentlicht haben, um ihn wohlverdienter Lächerlichkeit preiszugeben?
Ludwigsburg (Bad.-Württ.)
HANS JÜRGEN HOTZE
Mit der Wiedergabe eines Auszugs aus dem Buch »Reise durch die Wohlstandsgesellschaft« haben Sie ein wahres Werk getan. Wir scheinen wohl tatsächlich in einer Art von Demokratie zu leben, in der die Kaffeetanten einen etwas zu großen Einfluß ausüben können. Ich würde daher folgende Änderung des Wahlgesetzes befürworten:
In Familien, in denen der Vater gefallen oder durch einen Unfall im Beruf, Verkehr etc. ums Leben gekommen ist, erhält der älteste Sohn auf Lebenszeit doppeltes Stimmgewicht; bei Verheirateten sollte die Möglichkeit geschaffen werden, daß der Mann allein zur Wahl geht und für seine Frau die Stimme mit abgibt.
Obertshausen (Hessen)
H.-JÜRGEN BROCKMANN
Die vernichtende Analyse des Herrn von Studnitz trifft nicht auf alle bundesdeutschen Männer zu. Zum Beispiel nicht auf mich. Ich sage zu meiner Frau nicht Mutti; sorge nicht treu für die Meinen; trinke keinen Kaffee und kein Bier; esse keinen Kuchen und keinen Kohl; leide nicht an Fettsucht; schlafe von meiner Frau getrennt; habe eine Mätresse; gehe (außerdem) jeden Tag ins Bordell; sage täglich zu meiner Frau »Kind, das verstehst du nicht«. Denn sie versteht es wirklich nicht!
Stuttgart
GEORG ERNESTI
von Studnitz