Nationale Schande - DER SPIEGEL
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JAPAN Nationale Schande

• aus DER SPIEGEL 46/2002
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Bei ihrer Sparpolitik will die Regierung jetzt auch auf nationales Tafelsilber zurückgreifen und bringt damit die Monarchisten gegen sich auf. Ende des Monats soll das Elternhaus von Kaiserin Michiko, 68, in Tokio abgerissen und das Grundstück versteigert werden. In der 1933 erbauten Villa hatte die Bürgertochter Michiko Shoda bis zu ihrer Hochzeit mit dem jetzigen Kaiser Akihito 1959 gelebt. Nach dem Tod ihres Vaters vor drei Jahren fiel das Anwesen an den Staat. Viele Japaner sehen das Michiko-Haus als Symbol für die erste Heirat einer Bürgerlichen mit einem kaiserlichen Prinzen; schon vor 22 Jahren wurde es vom japanischen Architektur-Institut als historisch wertvoll eingestuft. Eine Bürgerinitative kämpft mit einer landesweiten Unterschriftsaktion gegen die »nationale Schande« des geplanten Abrisses. Doch der klamme Fiskus will auf den erhofften Erlös aus der Versteigerung nicht verzichten. Als Kompromiss will die Regierung jetzt prüfen, ob das Haus in der Provinz wieder aufgebaut werden könnte.

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