Neu in Deutschland
VERGISS DIE LIEBE NICHT (Deutschland). Ein Frauenfilm um die gutsituierte fünfköpfige Familie und deren Mittelpunkt: die treue, aufopfernd im Haushalt sich plackende Gattin und Mutter (Luise Ullrich), die zu einem Seitensprung mit einem Bariton (Will Quadflieg) ansetzt, als sie schmerzhaft die Gedanken- und Lieblosigkeit der Umsorgten empfindet. Der Film, in dem stellenweise ein bißchen zuviel geredet wird, mündet in ein offenes Plädoyer für alle (Haus-) Frauen und Mütter und in eine versteckte Predigt gegen alle nachlässigen Gatten (hier personifiziert durch Paul Dahlke) und alle nachlässigen Kinder. Angenehme Unterhaltung. (Standard.)
DIE RACHE DES SCHWARZEN ADLERS (Italien). Einer der hochpathetischen und heißbewegten (Rokoko-) Kostümfilme, bei denen sich Italiens Neorealismus erholt. Die zahlreichen Erdolchungen, Entführungen, Auspeitschungen und Säbelduelle sind ohne ihr literarisches Zubehör der Novelle »Dubrowsky« von Alexander Puschkin entnommen. Mit Rossano Brazzi, Italiens Errol Flynn. (API Film).
DER GELBE BALLON (England). Unausgereifter Reißer um die Ängste eines unausgereiften schlaksigen Bengels, der von einem Killer als Komplice mißbraucht wird. Trotz endloser Jagden (in ausgebombten Londoner U-Bahn-Schächten, die offensichtlich wie die Wiener Kloaken im »Dritten Mann« als spannungsfördernde Kulisse dienen) landet das Kind nicht erwürgt im Gully, sondern weinend in den Armen seiner Eltern. Das seltsam häßliche Kindergesicht bleibt in der Erinnerung, auch wenn Film und Titel längst vergessen sind. (Associated British).
IVANHOE, DER SCHWARZE RITTER (USA). Sir Walter Scott weist sich mit dieser minutiös geschichtsgetreuen Hollywood-Version seines unsterblichen Jugendschmökers (1819) nachträglich als Filmautor comme il faut aus. Robert Taylor besiegt als Titelheld alle Widersacher mit blitzenden Schwertern, Dolchen, Äxten und Blicken. Die nur namensverwandte Elisabeth Taylor kommt als Rebecca trotz ihrer »überirdischen Schönheit« und des prachtvollen weißen Jungfrauengewandes knapp aber dekorativ am Feuertod vorbei, um dann ihren Retter doch an die ihm standesgemäß zustehende, aber blondfade Roena (Joan Fontaine) zu verlieren. (MGM.)