Neue Bescheidenheit bei der ARD - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 52 / 127

SENDERDESIGN Neue Bescheidenheit bei der ARD

• aus DER SPIEGEL 30/1999
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lange Jahre begnügte sich die ARD für ihre Programmankündigungen mit dem Abfilmen von Papptafeln, seit einiger Zeit jedoch experimentiert der Sender exzessiv an der Eigenpräsentation herum. Nur zweieinhalb Jahre lang gefiel den Design-Verantwortlichen des Senders jenes an Computerästhetik orienterte Auswahlmenü, an dem ein kleiner Pfeil etwa von Unterhaltung zu Kultur sprang und so eine neue Sendung ankündigte. »Das Schema war zu kompliziert«, sagt ein Mitarbeiter der ARD-Abteilung Design und Präsentation, »der Zuschauer unterscheidet in der Regel gar nicht zwischen Unterhaltung und Show.« Die neue optische Selbstdarstellung, die ab Montag dieser Woche gesendet wird, soll einfacher werden und vor allem, so betonen die Macher, »seriös«. Ein Programmfenster schwebt auf den Zuschauer zu, wird geöffnet, Szenenausschnitte mitsamt Titel und Ausstrahlungszeit der Sendung erscheinen, elektronische Sphärenmusik ertönt. Die Schrift ist so groß, daß auch Fehlsichtige bestens bedient sein dürften. So penetrant bescheiden ist die Animationsreform ausgefallen, daß die meisten Zuschauer sie überhaupt nicht bemerken werden.

Zur Ausgabe
Artikel 52 / 127

Mehr lesen über