Neue Kriegsspiele
Die Nato will bei ihrer nächsten Wintex-Stabsübung 1991 nicht mehr - wie in diesem Jahr - den massiven Einsatz von Atomwaffen gegen die DDR und andere Warschauer-Pakt-Staaten (siehe SPIEGEL 17/1989) durchspielen. Bei der Tagung der Nuklearen Planungsgruppe der West-Allianz vorige Woche in Portugal äußerte Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg zusammen mit anderen Nato-Partnern erhebliche Vorbehalte gegen die bisherigen Übungsabläufe. Es müsse endlich einmal die »Deeskalation« in einer Krise geprobt werden, statt immer nur Kriegsentwicklungen bis zum Atomwaffeneinsatz auf deutschem Boden zu inszenieren. Die Nato solle künftig sicherstellen, daß die Unterschiede zwischen »Übungs-Szenarien« und der »sich positiv entwickelnden Wirklichkeit« deutlicher werden.