Neue Mutterwürde - DER SPIEGEL
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Briefe

Neue Mutterwürde
• aus DER SPIEGEL 7/1949
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Neue Mutterwürde

Im SPIEGEL Nr. 5/49 haben Sie meine Bemühungen als »Mutter der Mutterfamilie« im wesentlichen zutreffend gewürdigt. Nur der vorletzte Absatz erweckt - wohl unabsichtlich - den Eindruck, als wenn das folgende Zitat auch aus meinen 14 Thesen stammt, die in Ihrem Aufsatz besprochen werden:

»Im Mutterrecht hat die Keuschheit der Frau keinen Sinn, der Begriff »Jungfrau« ist unbekannt. In der Geschlechtsreife steht der Frau die freie Wahl von Liebhabern zu.«

In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber nicht um eine Wiedergabe meiner Auffassung, sondern um einen historischen Bericht über das Mutterrecht. So wie dieser Satz, aus einer meiner Schriften herausgenommen, in Ihrem Artikel erscheint, könnte er nur allzu leicht den Eindruck erwecken, als ob ich einer sexuellen Zügellosigkeit das Wort redete, während alle meine Bemühungen ja im Gegenteil dahin zielen, die sexuelle Leichtfertigkeit der heutigen Jugend und viele andere Mißstände, die sich aus dem deutschen Frauenüberschuß ergeben, dadurch zu bekämpfen, daß ich den Weg zu einer neuen Mutterwürde zu eröffnen suche.

Neumünster

DR. DOROTHEA KLAJE

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