AFFÄREN NPD-Chef im Zwielicht
NPD-Chef Udo Voigt ist in den Strudel der Finanzaffäre seiner Partei geraten. Offenbar war Voigt, der bislang alle Schuld auf Ex-Schatzmeister Erwin Kemna abwälzte, selbst an mehreren dubiosen Finanztransaktionen beteiligt. So akquirierte er im Jahr 2004 persönlich 25 000 Euro, die offenbar gezielt an der Parteibuchführung vorbeigeschleust wurden. Mit dem Geld der NPD-Sympathisantin Magdalena von Pidoll sollte eigentlich eine politische Stiftung gegründet werden. Überwiesen werden sollte es jedoch nicht an die NPD, sondern an Kemna. 2006 wandte sich Voigt erneut an die Adelige - und wieder flossen 25 000 Euro, diesmal auf ein NPD-Konto. Ob es sich dabei um eine illegale Parteispende oder einen Kredit handelte, wird derzeit von der Bundestagsverwaltung geprüft - im Rechenschaftsbericht der Partei findet sich keine Spur des Geldes. Voigts Rechtsanwalt bestätigt Darlehensgeschäfte, sieht jedoch »keinen Grund für eine rechtliche Beanstandung«. Die 85-jährige Gönnerin fordert indes, die geplante Stiftung binnen fünf Monaten zu gründen. In Erklärungsnot bringt Voigt auch, dass seine Landshuter Textilreinigung »Wing« im November 2004 insgesamt 20 000 Euro an die NPD zahlte, die nie veröffentlicht wurden. Auch dieses Geld, beteuert Voigts Anwalt, sei keine Spende, sondern das »Darlehen« einer nicht näher benannten »Person«, das über Voigts Firmenkonto an die NPD »weitergeleitet« worden sei.