Null Courage
Nr. 41/2007, NS-Vergangenheit: Der Quandt-Clan will seine Verstrickungen im Dritten Reich aufarbeiten
Grund für das jahrelange Schweigen der Medien in Sachen Quandt dürfte - neben dem exorbitanten Werbeetat - auch die intensive Pflege der Medienlandschaft durch die »Johanna-Quandt-Stiftung« sein. Den jährlichen Herbert-Quandt-Medien-Preisträgern und den Zukünftigen dürfte kaum der Sinn nach entsprechender Recherchearbeit gestanden haben. Deshalb »Hut ab!« vor dem SPIEGEL: Obwohl seine Leute im Kuratorium wie unter den Preisträgern vertreten sind, beendet auch der SPIEGEL jetzt dieses Schweigen.
DÜSSELDORF HEINZ TERHARDT
Sehr geehrter Programmdirektor der ARD! Da lassen Sie fünf Jahre lang NDR- Journalisten die NS-Vergangenheit der Familie Quandt recherchieren, um dann diese Doku ohne Ankündigung zu später Stunde (23.30 Uhr) zu senden. Im Namen meiner Schülerinnen und Schüler, die wissen wollen und verstehen wollen: Danke für ein bewiesenes Beispiel von »null« Courage.
OLDENBURG MATTHIAS SCHRÖDER
REALSCHULLEHRER
Die Aussage des Sven Quandt »Wir müssen endlich mal versuchen, das zu vergessen« hat mir bereits bei der Berichterstattung die Sprache verschlagen. Er und sein Clan können nicht im Entferntesten erahnen, wie lebendig und quälend diese schreckliche Vergangenheit und das unmenschliche Erlebnis den heute noch lebenden Opfern von damals ständig präsent ist und immer wieder aufs Neue verarbeitet werden muss. Ich bin auf erfolgreiche Menschen in keiner Weise »neidisch«. Der Erfolg dieser Menschen und deren Beharren auf Verdrängen lässt einem das Herz schmerzen! Von Größe erkenne ich da keine Spur. Nur Raffgier bleibt.
HOCHDORF (BAD.-WÜRTT.) RITA LEPSKI