»Nur gelogen, nichts geleistet« - DER SPIEGEL
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UNGARN »Nur gelogen, nichts geleistet«

• aus SPIEGEL Chronik 54/2006
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Ungarns Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány ist ein Freund deutlicher Worte. Saudi-arabische Fußballer hat er schon mal »Terroristen« genannt und ungarischen Männern geraten, betagte Ehefrauen doch gegen jüngere Semester auszutauschen. Mit seiner neuesten Wortmeldung vergrämt der Sozialist nun aber die ganze Nation. Auf einer internen Sitzung bekennt der Premier, seine Partei habe die Wahl durch »Hunderte Tricks« und »göttliche Vorsehung« gewonnen, seither »nur gelogen« und »praktisch nichts geleistet«. Die »Lügen-Rede« wird den Medien zugespielt und erschüttert das Vertrauen der Ungarn in die Demokratie. Zornbebende Demonstranten bestürmen tagelang das Parlament in Budapest und verlangen: »Verschwinde, Gyurcsány!« Der Premier entschuldigt sich und deutet seine Rede als »Worte der Rüge, der Liebe, der Leidenschaft«.

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