NWDR - DER SPIEGEL
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Briefe

NWDR
• aus DER SPIEGEL 25/1951
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NWDR

(Nr. 22/51, Deutschland)

In Ihrem Beitrag ist mir ganz besonders eine Tatsache interessant: Obwohl ich viele Veröffentlichungen über den NWDR verfolgt habe, finde ich hier zum erstenmal den Namen eines Herrn Dr. Wenzlau genannt, der offensichtlich eine sehr hohe Position innehat, denn an ihn - und zwar an seine Privatanschrift - gingen die Auskünfte des Detektivbüros. Ebenso wie ich werden sich viele NWDR-Hörer fragen, um was für eine Persönlichkeit es sich hier handelt. Ist die Tatsache der Ueberwachung von Mitgliedern des NWDR und des Verwaltungsrats an sich schon eine Ungeheuerlichkeit, so gewinnt sie durch die Art der Durchführung noch eine besonders pikante Note. Seltsamerweise habe ich bisher noch von keinem Protest des Verwaltungsrates gegen derartige Methoden gelesen. Ich frage mich:

1. Ist die Anweisung der unglaublich hohen Summe von 15 000 DM auch über die Privatwohnung von Herrn Wenzlau erfolgt?

2. Wer hat diesen Weg in Vorschlag gebracht und angeordnet, und wer hat die Summe von 15 000 DM genehmigt, die in einer Höhe liegt, daß meiner Meinung nach der Verwaltungsrat damit befaßt werden mußte?

3. War bei der Zusendung der Detekteiberichte an die Privatadresse dieses Herrn Wenzlau überhaupt die erforderliche Vertraulichkeit gesichert?

Der NWDR täte gut daran, diese und ähnliche Fragen in aller Oeffentlichkeit zu beantworten.

Hamburg-Hermsdorf

Carl-Friedrich Rochell

Herr Oberkonsistorialrat Dr. Friedrich Wenzlau ist der persönliche Referent des Herrn Generaldirektors Dr. h. c. Grimme - Red.

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